Heilpädagogische Forschung
 

Editorial aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 3 1999

 

Der Leserschaft der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG möchte ich gern unser neues Beiratsmitglied vorstellen: Prof. Dr. phil. Hans Stadler. Es wird Sie interessieren, welchen beruflichen Werdegang unser neues Beiratsmitglied genommen hat, und wo seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen.

Hans Stadler ist seit 1990 Professor für Sondererziehung und Rehabilitation bei Körperbehinderung und chronischer Erkrankung an der Universität Dort mund. Sein Berufsweg führte ihn nach Abschluß der Volksschule zunächst in den Postdienst. Parallel dazu besuchte er das Abendgymnasium und erwarb das Abitur. Sein Studium an der Pädagogischen Hochschule nahm er 1962 auf und war nach dem Lehrerexamen an einer Landschule tätig. Die Versetzung an die Schule für Sehbehinderte in Mannheim führte zum Aufbaustudium der Sonderpädagogik in Heidelberg und zur Tätigkeit als Sonderschullehrer. Nach einem Promotionsstudium wurde er 1974 von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation "Zum pädagogischen Selbstverständnis von Sonderschullehrern" (Rheinstetten 1975, 2. Aufl. 1976) befaßte sich mit der Professionalisierung dieser Lehrergruppe und im empirischen Teil mit deren berufsbezogenen Einstellungen auch hinsichtlich der schulischen Integration Behinderter. Als Assistent am Fachbereich Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war er der Lernbehindertenpädagogik zugeordnet. Er übernahm dann eine Dozententätigkeit am Berufsförderungswerk der Stiftung Rehabilitation Heidelberg und baute an der dortigen Fachhochschule einen integrierten Studiengang für Behinderte und Nichtbehinderte zum Diplom-Sozialpädagogen auf. Außerdem leitete er bis zu seinem Wechsel auf eine Professur am Fachbereich Sozialwesen der Universität Bamberg 1982 die Abteilung Sonderpädagogik und Sozialpädagogik am Forschungszentrum der Stif tung Rehabilitation.

Mit seiner Berufung an das Institut für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg 1986 auf eine Professur für Körperbehindertenpädagogik verlagerte sich sein Schwerpunkt in Lehre und Forschung wieder in die Sonderschullehrerausbildung. Seine jüngste Monographie "Rehabilitation bei Körperbehinderung - Eine Einführung in schul-, sozial- und berufspädagogische Aufgaben" (Stuttgart 1998) ist ein Beitrag zur sonderpädagogischen Theoriebildung und zur Interdisziplinarität (s. dazu auch meine Rezension im Heft 1/1999).

Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in der wissenschaftlichen Begleitung von Projekten zur Verbesserung des übergangs von der Schule in das Erwachsenenleben sowie in der Qualifizierung von Fachkräften in der Rehabilitation junger Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma.

Diese kurze persönliche Vorstellung des Kollegen führt zu dem zwingenden Eindruck: Aufgrund seines beruflichen Lebensweges, v.a. aber aufgrund seines fachlichen Leumunds ist der Kollege Hans Stadler hervorragend dazu in der Lage, der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG mit Rat und Tat, v.a. bei der Begutachtung der eingehenden wissenschaftlichen Beiträge, zur Seite zu stehen, deshalb bin ich froh, ihn von dieser Ausgabe ab als wissenschaftliches Beiratsmitglied begrüßen zu können.

Inhaltlich wird diese Ausgabe Ihnen wiederum eine breite Palette von unterschiedlichen Themen aktueller Forschungen anbieten. So erwartet Sie eine kritische Aufarbeitung der sich in Deutschland immer weiter verbreiten den Gestützten Kommunikation, deren Grundannahmen deutlich hinterfragt werden. Dann schließen sich eine Studie zum selbstregulativen Verhalten von lernbeeinträchtigten Schülern, eine weitere Validierung des Klauerschen Denktrainings sowie die Vorstellung des Göttinger Entwicklungstests der taktil-kinästhetischen Wahrnehmung an. Die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG informiert Sie also weiterhin über aktuelle Fragen der Behindertenpädagogik.

Ihr

Herbert Goetze

 

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aktualisiert am 30.01.2003