Heilpädagogische Forschung
 

Editorial Nr. 2 1997

Mit diesem zweiten Heft der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG unter der neuen Herausgeberschaft durch die Universität Potsdam verfolgen wir weiter das Ziel, die Tradition dieser Zeitschrift fortzuführen. 

Wenn wir von ,,Tradition" sprechen, könnte vielleicht ein kurzer Rückblick in die lange Geschichte der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG nützlich sein. 

Die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG trug bis 1985 den Untertitel ,,Zeitschrift für Erziehung und Unterricht behinderter Kinder und Jugendlicher", der sich dann ab 1986 allerdings in ,,Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie Behinderter" änderte und bis heute so erhalten blieb. Begründer der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG war 1964 Helmut von Bracken mit Unterstützung durch Hermann Wegener. 

Ab 1981 gab es mehrere Herausgeberwechsel: 1981-83 fungierten Helmut von Bracken, Hermann Wegener und Lothar Tent als Herausgeber. 1984 schied Helmut von Bracken aus und Richard G.E. Müller trat an seine Stelle. 1986 übernahmen Gustav 0. Kanter und Karl Josef Klauer zusammen mit Richard G.E. Müller die Herausgeberschaft. Zugleich änderten sich Druckformat (auf DIN A4), äußere Aufmachung (neues Titelblatt), Untertitel ,,Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie Behinderter" und Gliederung. Bis 1985 gliederte sich die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG nämlich in ,,Artikel" (Originalarbeiten), ,,Kleine Beiträge" und ,,Nachrichten", ,,Buchbesprechungen". Ab 1986 entfiel die Rubrik ,,Kleine Beiträge", so daß ,,Artikel" den eigentlich wissenschaftlichen Gehalt widerspiegelten. 
1990 gab es wiederum einen Wechsel in der Herausgeberschaft, indem Holger Probst in den Kreis der Herausgeber aufgenommen worden ist. Im Zeitraum 1981 bis 1990 ist in 25 Ausgaben (Jahrgänge 9-16) die stattliche Zahl von insgesamt 174 fachwissenschaftlichen Beiträgen zur Behindertenpädagogik erschienen, eine hervorragende herausgeberische Leistung! 1994 gab es einen weiteren markanten Einschnitt, indem Hans-Peter Langfeldt, Holger Probst und Franz Wember gemeinsam die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG über die nächsten drei Jahre herausgaben, bis schließlich mit Heft 1 des Jahres 1997 die Herausgeberschaft an die Universität Potsdam übergegangen ist. 

Wie Kanter anmerkt, geschah die Gründung der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG in der Absicht, einen Sammelpunkt für Forschungsarbeiten zu schaffen, in dem ,,Beiträge zur wissenschaftlichen Durchleuchtung der heilpädagogischen Erziehungs- und Unterrichtsarbeit in Geschichte und Gegenwart Platz finden" (HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG 1990, 101). Eine weitere Zielsetzung war, empirischen Arbeiten ein besonderes Gewicht zu geben, ,,weil für die heilpädagogische Arbeit notwendige neue Wege . . .wissenschaftlich-kritisch zu kontrollieren (seien)". Klauer hatte zuvor betont: ,,Nach wie vor soll lediglich die wissenschaftliche Qualität und sonst nichts den Ausschlag geben, welche Beiträge veröffentlicht werden und welche nicht" (HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG 1986, 1). Weitere Zielsetzungen der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG sind, Interdisziplinarität und Forschungsvielfalt zu repräsentieren. Deshalb achtete man stets darauf, wie Kanter (1990, 101) anmerkt, ,,einen Kreis anerkannter Wissenschaftler und Praktiker als ständige Mitarbeiter" für die Zeitschrift zu gewinnen. In der Regel wurden zu jeder eingereichten Arbeit Fachgutachten von anonym bleibenden Gutachtern verfaßt, die gegen bzw. für die Annahme der Arbeit, ggf. mit änderungsvorgaben, votierten. Die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG erschien bis 1989 in der Regel dreimal pro Jahr, 1981, 1982, 1983 und 1987 allerdings nur zweimal, 1986 lediglich einmal. Mit dem Verlegerwechsel wurde die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG ab 1990 zur Vierteljahresschrift. Auf dem Hintergrund dieser nunmehr 37jährigen erfolgreichen Geschichte einer Zeitschrift, die aus dem deutschsprachigen Fachliteraturmarkt nicht mehr wegzudenken ist, erhebt sich einerseits die Verpflichtung, den von den Gründungsvätern eingeschlagenen Weg fortzuführen; andererseits wird sich die Zeitschrift neuen Herausforderungen, wie sie z.B. aufgrund der weltweiten elektronischen Vernetzungen gegeben sind, nicht verschließen können. Die Wirksamkeit der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG macht schon heute nicht an den Landesgrenzen halt, ihre mitunter noch etwas leise Stimme wird bereits heute international gehört. Es wird unsererseits erhöhter Anstrengungen bedürfen, diesen neuen Herausforderungen zu begegnen, ohne allerdings die Interessen unserer Leserschaft aus dem Auge zu verlieren. Einerseits gilt es, einen hohen wissenschaftlichen Standard zu halten, andererseits die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG leserfreundlich zu gestalten. Mit der seit Heft 1, 1997, neu eingeführten Kategorie ,,Hochschuldidaktische Seite" soll ein kleiner Schritt in diese Richtung gewiesen sein, und wir sind gespannt darauf, von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG, zu erfahren, ob wir Ihren Leseinteressen mit der ,,Hochschuldidaktischen Seite" entgegenkommen. 

Ihr 

Herbert Goetze 

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aktualisiert am 26.01.2004