Heilpädagogische Forschung
 

Diskriminanter Transfer beim Denktraining für Kinder und dem computerunterstützten Rechentraining EURO - Mulli -Methodenstudie zur Reanalyse von Datenschätzen mittels nichtparametrischer KFA
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 1996
von Elmar Souvignier

 

Am Beispiel der Frage, ob das Denktraining Klauers (1989) und das computergeschützte Rechentraining EURO - Mulli (Kullik und Sieger 1990) bereichspezifische Transfereffekte bewirken, wird eine Vorgehensweise zur Auswertung von Primär- und Replikationsstudie vorgestellt. Als Erstuntersuchung wird ein Trainingsexperte von Sonntag (1991) betrachtet, und als Wiederholungsstudie dient eine Untersuchung von Angerhoefer, Kullik und Masendorf (1992). Mit Methoden der Interaktionsstrukturanalyse und der Prädiktions-KFA werden zunächst die Ereignisse beider Experimente unabhängig voneinander ermittelt. Über das Resultat diskriminanter Trainingsvalidität im Vergleich zu der jeweils anderen Fördermaßnahme als Kontrolltraining hinaus zeigt sich in beiden Untersuchungen eine deutlicher Alterseffekt: Die jüngeren Schülerinnen und Schüler profitieren in höherem Maße von den kognitiven Trainings, was als Hinweis auf die Notwendigkeit einer präzisen Abstimmung von Fördermaßnahmen auf die Bedürfnisse und die Fähigkeiten der Kinder interpretiert ist. Mit der Methode der Zweistichproben-KFA wird in einem zweiten Schritt ein simultaner Vergleich der Datenstruktur beider Untersuchungen auf Homogenität vorgenommen. Die Ereignisse der Wiederholungsstudie replizierten auch auf dieser differenzierten Analyseebene die Befunde der Primärstudie.

At the example of the question, whether the "Cognitive training for Children" (Klauer & Phye 1994) and the computer-aided calculation training "EURO-Mulli" (Kullik & Sieger 1990) lead to differential transfer-effects, a method for analyzing replications-studies is introduced. As the first study a training experiment of Sonntag (1991) is considered and as a replication an investigation of Angerhoefer, Kullik and Masendorf (1992) is explored. Using the methods of Interaction Structure Analysis and Prediction CFA the results of both experiments are analyzed independently. Apart from the finding of specific training effects of both programs in contrast to unspecifically trained control groups a significant effect of age can be shown in both experiments: younger pupils take more benefit from cognitive training in these studies which underlines the necessity to attune the training to the needs and capabilities of the children. With the method of two-sample CFA a simultaneous comparison of the data structure of both studies is reached. It was also possible to replicate the results of the first experiment on this differentiate stage of analysis.

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aktualisiert am 30.01.2003