Heilpädagogische Forschung
 
Beziehung von akustischem und visuellem Kanal bei stark schwerhörigen Schülern
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 4 1992
von Paul Heeg

Videofilme von Alltagsinteraktionen ca. 8-jähriger Schüler im Klassenraum einer Schwerhörigenschule werden mikroanalysiert. Der Artikel fokussiert dabei das Problem der Mischung von visuellem und akustischem Sprachcode. In der Literatur werden solche Mischungen skeptisch beurteilt, es fehlen aber empirische Untersuchungen. Äußerungen der Schüler, in denen beide Kanäle verwendet werden, werden in semantische Klassen eingeordnet. Es zeigt sich, daß etwa ein Drittel davon nur auf der Basis einer komplementären Beziehung der Kanäle verstanden werden kann. Hierfür werden phonologische, lexikalische, syntaktische und pragmatische Erklärungen gegeben. Am Schluß stehen Überlegungen dazu, ob das Wissen über einen solchen Code pädagogisch nutzbar gemacht werden kann.

Video films of everyday classrooms interactions in a German school for about 8 years old hard-of-hearing pupils are analyzed in depth. The article focuses on the problem of mingling two language codes, one on the acoustic and the other on the visual channel. The mixture of two codes is regarded sceptically in the literature but empirical investigation is lacking. Pupils utterances that use both channels are grouped according to semantic classes showing, that about one third can only be understood on the basis of a complementary relationship of both channels. Phonological, lexical, syntactical, and pragmatic reasons are given for this phenomenon. At the end there is the idea that knowledge about such a code can be useful for the education of this group.

zur Übersicht des Jahrgangs 1992
pic/blindgelb.gif (103 Byte)
zurück zum Kopf der Seite
aktualisiert am 30.01.2003