Heilpädagogische Forschung
 
Prognostisch-klassifikatorische Aussagen von mathematischen Screening-Verfahren am Anfang der Grundschulzeit: eine Bestandsaufnahme
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2016
von Jürgen Walter

In den letzten Jahren hat das Interesse an Fragestellungen bezüglich der Frühprognose, Diagnostik und Förderung im Zusammenhang mit schwachen mathematischen Leistungen von Kindern vor und kurz nach der Einschulung zu einem deutlichen Anstieg an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf diesen Gebiet geführt. Im nachfolgenden Beitrag wird ein bestimmter Bereich aus diesem Themengebiet ins Auge gefasst: Vor dem Hintergrund der sehr häufig verwendeten nicht unproblematischen rein korrelativen Angaben bezüglich der prognostischen Validität von Screening-Verfahren im frühen mathematischen Bereich wird gefragt und überblickhaft dargestellt, ob und in welchem Maße einschlägige Screening-Instrumente wichtige prognostisch-klassifikatorische Güte-Indizes wie z.B. Sensitivität, Spezifität sowie Angaben zur Klassifikations-Sicherheit zur Verfügung stellen. Hinsichtlich der Güte der klassifikatorischen Validität ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen zu Forschungszwecken durchgeführten Untersuchungen und Angaben in Handbüchern von publizierten Verfahren. Die Befundlage ist insgesamt ernüchternd. Zur Erklärung der vorgefundenen Resultate werden unterschiedliche Gründe diskutiert.

Schlüsselwörter: Rechenschwäche, Grundschüler, Diagnostik, Prävention, Screening, prognostisch-klassifikatorische Validität, Risiko-Klassifikation

Prognostic-classificatory results of mathematical screening procedures at the beginning of primary school: A stock-taking

During the last years the interest in questions concerning the early forecast, diagnostics and training in connection with weak mathematical achievement of children before and to the enrolment led to a clear rise in research and development projects on this area. In the following paper a special topic from this subject matter is considered: Against the background of the very frequently used and not unproblematic purely correlative indices concerning the prognostic validity of screening procedures within the early mathematical range, it is asked and given an overview whether and to which extend relevant information about prognostic-classificatory goodness clue as for example sensitivity, specificity as well as information about classification security are made available. Regarding the quality of classificatory validity clear differences arise between investigations carried out for research purposes and information in manuals of published procedures. The findings situation is sobering all together. For the explanation of the found results different reasons are discussed.

Keywords: mathematics difficulty, primary school students, diagnostics, prevention, screening, risk classification

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aktualisiert
am 22.03.2016