Heilpädagogische Forschung
 
Erfolg einer schulischen Legastheniker-Förderung für Kinder der 3. und 4. Schulstufe nach dem Programm von Reuter-Liehr
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 2 2013
von Christian Klicpera †, Johanna Weiss und Barbara Gasteiger-Klicpera

Lese- und rechtschreibschwache Kinder wurden von der 3. bis zum Ende der 4. Klasse in grundlegenden Lese- und Rechtschreibfertigkeiten gefördert. Die Förderung orientierte sich an dem Programm von Reuter-Liehr und fand in Kleingruppen während des Vormittags parallel zum Unterricht statt.

Verglichen mit einer nach Leistungsstand parallelisierten, unbehandelten Kontrollgruppe zeigten die geförderten Kinder eine signifikante Verbesserung der Lese- und der Rechtschreibsicherheit. Allerdings erreichten sie keinen
Vorsprung in der Lesegeschwindigkeit. Auch konnten keine Auswirkungen des Trainings auf die phonologische Bewusstheit und die Leistung in phonologischer Kodierung bei Gedächtnisaufgaben nachgewiesen werden.

Als wichtigste Einflussfaktoren wurden die Intensität der Mitarbeit und die Hausübungen identifiziert. Darüber
hinaus wirkten sich nur wenige Merkmale auf den Lernfortschritt aus. So erwies sich die Förderung als erfolgreicher bei jenen Kindern, die zu Beginn einen größeren Rückstand in der phonologischen Bewusstheit aufgewiesen hatten. Die Intelligenz hingegen erwies sich als nicht relevant für den Fördererfolg.

Schlüsselwörter: schulische Förderkurse, Legasthenie, Förderung der Lesesicherheit, Förderung des Rechtschreibens, Einflussfaktoren auf die Förderung

Effects of a schoolintern training of reading and spelling disabled students of the 3rd and 4th grade according to the program of Reuter-Liehr.

Students of elementary school poor in reading and spelling were trained for two years (from the middle of the 3rd to the end of the 4th grade) in basic reading and spelling skills in small groups during normal school hours parallel to regular classroom teaching. This training was carried out by psychology students according to the program of Reuter-Liehr. The training achieved a significant amelioration of reading and spelling accuracy, but not of the reading speed compared with a non-treated control group. Effects of the training on phonological awareness and phonological coding in memory tasks could likewise not be observed. The intensity of cooperation during the training and the regularity of attendance and of the homework had a positive effect on the training results. Otherwise only few influence factors could be identified. The success of the training was larger in students with an initially less developed phonological awareness. In contrast the height of their nonverbal IQ scores was without a significant effect on the training outcome.

Keywords: school-intern training courses, dyslexia, training of reading and spelling accuracy, influences on the training success

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aktualisiert
am 11.03.2015