Heilpädagogische Forschung
 
Eltern in der Frühförderung von Kindern mit (drohender) geistiger Behinderung Belastungserleben und Zufriedenheit mit der Frühförderung im Verlauf eines Jahres
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2012
von Klaus Sarimski, Manfred Hintermair und Markus Lang

Qualität und Wirksamkeit der Frühförderung geistig behinderter Kinder müssen sich in einem familienorientierten Konzept u. a. daran messen lassen, inwieweit sie zum Gelingen der familiären Anpassung an die besondere Lebenssituation und zu einer Reduzierung der erlebten Belastung der Eltern beitragen. 42 Eltern von Kleinkindern (mittleres Alter 28 Monate), die regelmäßig von der Frühförderung betreut werden, werden zu zwei Zeitpunkten im Abstand von einem Jahr zu ihrem Belastungserleben und ihrer Zufriedenheit mit der Frühförderung befragt. Die subjektive Belastung in der Interaktion mit dem Kind nimmt binnen dieses Zeitraums signifikant zu. Korrelations- und Regressionsanalysen zeigen, dass der Verlauf vom allgemeinen Zutrauen der Eltern in ihre eigenen Bewältigungskräfte mitbestimmt wird. Mehr als ein Drittel der Eltern gibt an, dass Umfang und Qualität der Familienunterstützung nicht ihren Bedürfnissen entsprochen haben. Die Beteiligung von Sonder- oder Heilpädagogen scheint einen Beitrag zur Reduzierung der Belastung zu leisten und unterstreicht die Forderung, Frühförderung immer als „Komplexleistung– anzubieten.

Schlüsselwörter: geistige Behinderung, Elternbelastung, Zufriedenheit mit Frühförderung

Early intervention services for children with intellectual disabilities a longitudinal study of parent stress and satisfaction with services.

Family-oriented early intervention concepts for children with developmental disabilities should be evaluated concerning their support for family adaptation and coping with stress. Parental stress and satisfaction with early intervention were examined twice during a year in a sample of 42 parents of toddlers (mean age 28 months) receiving early intervention continuously. Child-related parental stress increased significantly during this period. Results of correlation and regression analyses revealed parental self-efficacy beliefs as a relevant variable. More than 35 % of included parents reported that they needed more support in family adaptation than they received. Having a special educator in the team seems to contribute to reduction of parental stress. Implications for early intervention programs are discussed.

Keywords: intellectual disabilities, parental stress, satisfaction with early intervention

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aktualisiert
am 13.04.2012