Heilpädagogische Forschung
 
Kommunikationsförderung durch Unterstützte Kommunikation (UK) bei kaum- und nichtsprechenden Schülern im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung –
Ergebnisse einer landesweiten Studie zu Bedarfen und Ressourcen an niedersächsischen Bildungseinrichtungen sowie Effekten der Förderung durch UK*

aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 3 2011
von Ingeborg Thümmel

Der folgende Artikel stellt Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer empirischen Studie zur schulischen Kommunikationsförderung mit dem multimodalen Förderkonzept der Unterstützten Kommunikation bei kaum- und nichtsprechenden Schülern dar. Im Rahmen einer landesweiten Totalerhebung im Jahr 2010 wurden Lehrkräfte an allen 119 niedersächsischen Bildungseinrichtungen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung befragt. Die Untersuchung zeigt Bedarfe, Ressourcen und Effekte der schulischen Kommunikationsförderung mit Unterstützter Kommunikation in diesen Bildungseinrichtungen auf. Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass mehr als ein Viertel der Schüler an diesen Bildungseinrichtungen als kaum- und nichtsprechend klassifiziert wird. Ferner wird aufgrund der ermittelten unzureichenden Effekte der Förderung nachgewiesen, dass ein dringender Optimierungsbedarf besteht, um die kommunikativen Möglichkeiten kaum- und nichtsprechender Schüler zu verbessern. Unter Berücksichtigung bereits bestehender Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Förderung in der schulischen Praxis wird abschließend aufgezeigt, in welchen Bereichen sich der Optimierungsbedarf verorten lässt und welche Aufgaben sich zukünftig für Praxis und Forschung stellen, um nachhaltige Effekte mit dem Förderkonzept der Unterstützten Kommunikation zu erzielen.

Schlüsselwörter: Kaum- und nichtsprechende Schüler, Schulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, Kommunikationsförderung, Unterstützte Kommunikation

* Die landesweite Studie wurde von der Universitätsgesellschaft Oldenburg e. V. (UGO) finanziert.

Improving mute or speech-impaired students’ ability to communicate using Augmentative and Alternative Communication (AAC).

In this article results are reported and conclusions are drawn after an empirical study was completed about the use of the multi-channel promotional concept AAC (Alternative and Augmentative Communication) with students who are mute or have restricted language abilities in schools. Within the framework of a nationwide general census in 2010, teachers were questioned in all 119 educational institutions in Lower Saxony (Niedersachsen, Germany) with an emphasis on schools for pupils with mental retardation. The investigation disclosed what requirements and resources are in use and indicated the effects AAC uses within these educational institutions. The main result of the study is that more than one quarter of the pupils in these educational institutions are classified as being restricted in their speaking ability or totally mute. Furthermore, the results of the study showed that communication support was insufficient, indicating that optimization is urgently needed to improve the communicative possibilities of these students. Apart from those areas which have proven successful, those which most need improvement have been singled out. Finally, future tasks for research and practice have been suiggested in order to achieve lasting effects with teaching AAC concepts.

Keywords: non speaking students, students with restricted speaking abilities, schools for pupils with mental retardation, communication support, Alternative and Augmentative Communication (AAC).

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aktualisiert am 25.12.2011