Heilpädagogische Forschung
 
Untersuchung zur Entwicklung von sechs- bis achtjährigen Kindern mit motorischen Entwicklungsstörungen (DCD) – eine explorative Längsschnittstudie
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2010
von Heinz Krombholz

 

Bei 592 Grundschülern, 291 Jungen und 301 Mädchen, die an einer Längsschnittstudie über zwei Jahre teilnahmen, wurde gemäß den ICD-10- Kriterien der Anteil von Kindern mit motorischen Entwicklungsstörungen (DCD) ermittelt. Das Alter der Kinder bei der ersten Erhebung betrug 82 Monate. Bei jeder einzelnen der durchgeführten drei Erhebungen betrug der Anteil von Kindern mit DCD jeweils ca. 6 %, etwa 1,4 % der Kinder wurden übereinstimmend bei allen Erhebungen als DCD-Fälle eingestuft. Mit zunehmendem Alter sind Jungen stärker von dieser Störung betroffen.

DCD-Kinder erreichen geringere Leistungen in motorischen und kognitiven Testverfahren und schlechtere Schulleistungen, lernen später Radfahren und besuchen weniger häufig Übungsstunden in Sportvereinen. Die schlechteren sportlichen und kognitiven Leistungen lassen sich zumindest teilweise auf schlechtere Lebens- bzw. Lernbedingungen zurückführen: DCD-Kinder besitzen weniger Sportgeräte, erhalten weniger sportliche Förderung, gehören häufiger der Unterschicht an und ihre Spielgelegenheiten im Freien sind schlechter. Zudem sind sie eher übergewichtig und ihr Gesundheitszustand wird als schlechter eingeschätzt.

Schlüsselwörter: Umschriebene Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen, motorische Ungeschicklichkeit, Kinder, Längsschnittstudie

 

Investigation of the development of six to eight years old children suffering from developmental coordination disorders (DCD) – an exploratory longitudinal study.

592 pupils, 291 boys and 301 girls, participated in this longitudinal study over two years. The proportion of children with development coordination disorders (DCD) was determined by ICD-10 criteria. Mean age of the children at the beginning of the study was 82 months. About 6 % were classified as suffering from DCD when examined at three different points in time. About 1,4 % were classified as DCD cases over all three examinations. With growing ages boys are more frequently affected by this disorder.

DCD children attain lower scores in motor and cognitive tests and in school achievement measures. Lower motor and cognitive achievements of DCD children can at least partly be attributed to poorer living and learning conditions: DCD children possess less sports equipment at home, and they belong to lower social economic classes, and they have less opportunities to play outside. Moreover, they are rather overweight and their state of health is rated to be more critically.

Keywords: developmental coordination disorders (DCD), clumsiness, children, longitudinal study

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aktualisiert am 03.04.2010