Heilpädagogische Forschung
 
Das subjektive Verständnis emotionsregulativer Vorgänge bei Kindern - Metawissen über die Regulierbarkeit von Emotionen
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 4 2002
von Michael Fingerle

Während der letzten Jahre führte ein zunehmendes Interesse an der Emotionsregulation von Kindern zu einem wachsenden Korpus empirischer Studien und theoretischer Modelle über die Entwicklung der Emotionsregulation. Nichtsdestoweniger fehlen nach wie vor systematische Studien über die Konzepte, welche sich Kinder über die Möglichkeiten und Grenzen emotionsregulativer Strategien und die wechselseitige Dynamik von Kognitionen und Emotionen bilden. In den bereits existierenden Studien zur Emotionsregulation und zum Emotionsverständnis von Kindern und wurden solche Metakonzepte - wenn überhaupt - nur sehr global analysiert. Sowohl für die sonderpädagogischen Diagnostik als auch für ein besseres Verständnis der Entwicklung des Emotionswissens von Kindern bedarf es aber Studien, die ein stärkeres Gewicht auf idiographische Muster solcher Metakonzepte legen. In diesem Beitrag werden Ergebnisse aus einer qualitativen Studie vorgestellt, die sich mit den Konzepte von Kindern (im Alter von 9-11 Jahren) zu Grenzen und Möglichkeiten der Emotionsregulation befasste. Auf der Grundlage eines neu entwickelten, halbstrukturierten Interviews konnten Kategorien für das Funktionsverständnis der Emotionsregulation dieser Kinder entwickelt werden.

Schlüsselwörter: Emotionsregulation, Metawissen, Metakonzepte, Kinder, vierte Klassenstufe

Children's understanding of emotional regulation. Meta-knowledge on the controllability of emotions.

During the last years, an increasing interest in the emotional regulation of children has led to an ever growing body of both empirical studies and theoretical models on the development of emotional regulation. Yet despite this vast amount of literature, systematic studies focusing on the children's own conceptions of the possibilites and constraints of strategies relating to emotional regulation are still missing. Nor does the current literature touch upon issues concerning the mutual dynamic of cognitions and emotions. The existing research has - if at all - merely analyzed these issues on a global level. However, for both diagnostic purposes in the realm of special education and for a better understanding of child's development of emotional understanding, more studies with regard to idiographic patterns of such meta-concepts are needed. In this contribution, results from a qualitative study on children's (age 9 to 11) concepts of the possibilities and limits of emotional regulation are presented. Based on a newly developed, semi-structured interview, it was possible to develop a category system for the children's conception of emotional regulation.

Keywords: emotional regulation, meta-knowledge, meta-concepts, children, fourth grade

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aktualisiert am 30.01.2003