Heilpädagogische Forschung
 
Die konnektionistische Modellierung von Sprachentwicklung und spezifischer Sprachentwicklungsstörung als psycholinguistisches Integrationsparadigma
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 2 2002
von Ute Ritterfeld und Michael Knuth

Auf dem Gebiet der Psycholinguistik ist eine rege Forschungsaktivität zu beobachten, wobei die Vergangenheit vor allem durch die Konkurrenz zwischen den in der Psychologie populären interaktionistischen und den von der Linguistik favorisierten nativistischen Theorien bestimmt war. Die in den letzten Jahren entwickelten technischen Innovationen auf dem Gebiet der Computer_ und Neurowissenschaften haben die Psycholinguistik in einem hohen Maße bereichert und bergen darüber hinaus ein erhebliches theoretisches Integrationspotenzial. Der so genannte Konnektionismus ist ein Rahmenmodell, das sich auf psycholinguistische Sachverhalte anwenden lässt und es erlaubt, Sprachentwicklung sowie deren Störungen zu simulieren. Erkenntnisse zur Brauchbarkeit dieses Modells werden dargestellt und in ihrer Anwendbarkeit für die Erklärung von spezifischen Sprachentwicklungsstörungen diskutiert.

Schlüsselwörter: Sprachentwicklung, Spezifische Sprachentwicklungsstörung, Psycholinguistik, Konnektionismus

Connectionism as an integrative psycholinguistic framework to explain language acquisition and specific language impairment.

The rapid growth of the field of psycholinguistics has been influenced above all by two competing theories: The interactionist approach, most popular in psychology, and the nativist theories, most popular in linguistics. Recent technological innovations in computer_ as well as neurosciences, have had a positive impact on the developing field of psycholinguistics while in addition offering a high potential for disciplinary integration. Connectionist models were designed to simulate the physiological processes in complex neuronal systems and can easily be adopted to explain psycholinguistic phenomena. After giving a short review of the theoretical positions of psycholinguistics in the last decades, the paper addresses the usefulness of connectionist models in explaining basic mechanisms for language acquisition and specific language impairment.

Keywords: language acquisition, language impairment, psycholinguistics, connectionism

zur Übersicht des Jahrgangs 2002
pic/blindgelb.gif (103 Byte)
zurück zum Kopf der Seite
aktualisiert am 30.01.2003