Heilpädagogische Forschung
 
Diktatbezogene Erfolgs- und Misserfolgsattributionen: Empirische Untersuchungsergebnisse zum subjektiven Kompetenz- und Kontrollerleben rechtschreibschwacher Grundschulkinder
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2002
von Günter Faber

In der vorliegenden Feldstudie wurden die diktatbezogen erfragten Kausalattributionen von N = 274 Kindern des vierten Grundschuljahres im Hinblick auf Unterschiede in ihren leistungs- und selbstkonzeptabhängigen Ausprägungen untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass die Schülerattributionen stärker mit ihren Rechtschreib- als mit ihren Mathematikleistungen korreliert sind und demnach hinreichend bereichsspezifische Kontrollüberzeugungen repräsentieren. Darüber hinaus haben sich varianzanalytisch signifikant leistungs- bzw. selbstkonzeptabhängige Attributionsmuster nachweisen lassen: So berichten insbesondere rechtschreibschwache Schüler mit niedrigen Kompetenzüberzeugungen Erfolgs- und Misserfolgsattribuierungen, die auf ein verstärktes Erleben subjektiven Kontrollverlustes und personaler Hilflosigkeit hindeuten. Demgegenüber weiter klärungsbedürftig erscheint der Umstand, dass vor allem Schüler mit rechtschreibspezifisch negativem Selbstkonzept auch noch Anstrengungsmangel als bedeutsamen Grund für ein schlechtes Diktat heranziehen.

Schlüsselwörter: diktatbezogene Kausalattributionen, rechtschreibspezifisches Selbstkonzept, rechtschreibspezifische Hilflosigkeit

Dictation outcome based success and failure attributions: Empirical survey results concerning subjective competence and control experiences of elementary school children with a spelling disorder.

This field study analyses dictation outcome related causal attributions of 274 forthgraders in respect of differences concerning their achievement and self-concept. Results are that students' self-attribution correlates stronger with spelling abilities than mathematic skills which represents a domain_specific control beliefs. Furthermore, variance analytical results revealed significant attributional differences between students with low, moderate, and high spelling performance: Low-achieving students were more likely to attribute success to good luck, while they were more likely to attribute failure to a lack of own ability and, to a somewhat lesser degree, to a lack of own effort. These achievement-dependent differences in students' attributions were partly affected by their spelling-specific self-concept. Altogether, low-achieving students with negative self-conceptions made causal attributions which demonstrated a stronger perception of uncontrollability and helplessness in the spelling domain.

Keywords: causal attributions of dictation outcome, spelling-specific self_concept, learned helplessness

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aktualisiert am 30.01.2003