Heilpädagogische Forschung
 
Angst in der Schule für Geistigbehinderte - Eine Studie zum Angstverhalten und Angsterleben von Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 4 2000
von Hermann Meyer

 

Der folgende Beitrag befasst sich mit dem Angstverhalten und Angsterleben geistigbehinderter Schüler (und Schülerinnen). Dabei wird deutlich, dass viele von ihnen starke Angstzustände zeigen, die nicht nur sie, sondern auch ihre Lehrerinnen (und Lehrer) belasten und oftmals zu Beeinträchtigungen des Unterrichts führen. 10% der als intensiv ängstlich beurteilten Schüler wer den als therapiebedürftig bezeichnet. Auch wenn die Lehrkräfte in den meisten Fällen die Angstzustände durch beruhigende Interventionen relativ rasch beenden können, misslingt dieses bei einem nicht unerheblichen Teil der betroffenen Schüler. Variablen wie Lebensalter, Geschlecht oder kognitiver Leistungsstand zeigen keinen Einfluss auf das Ausbilden von Angst zuständen, wohl aber die Fähigkeit der Schüler, das eigene emotionale Befinden verbalisieren zu können. Mit zunehmender emotionaler Verbalisierungsfähigkeit vermindert sich die Angstneigung, vor allem aber erhöht sich die Effektivität angstberuhigender Interventionen durch die Lehrerinnen.

Schlüsselwörter: Angst, geistige Behinderung, psychische Störung, Intervention, Verbalisieren emotionaler Zustände, Verhaltensstörung.

Mentally handicapped students' experiences of fear at school: A study of feelings of fear and resulting behaviors in moderately and severely mentally handicapped students.

The following contribution examines how moderately and severely mentally handicapped pupils experience feelings of fear at school and how this fear is revealed in their behavior. The study clearly indicates that many mentally handicapped students experience intense states of fear, a fact that troubles both pupils and teachers, and can often interfere with learning. Ten percent of those pupils who are judged to be intensely fearful are said to need therapy. Even though teacher intervention can, in most cases, quickly alleviate feelings of fear, a considerable number of fearful pupils cannot be helped by these measures. Variables such as age, sex, or state of cognitive development demonstrate no influence on an individual's formation of temporary frames of fear; however, these variables do indicate the ability of pupils to verbalize their emotions. As ability to verbalize problems increases, students become less likely to develop fears, and most of all, teacher interventions become increasingly effective in calming any such feelings.

Keywords: fears, mental handicap, emotional disturbance, verbalizing of emotions, intervention, behavior disorder

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aktualisiert am 30.01.2003